Fische
Die ersten in Aquarien gehaltenen Fischarten stammten meist aus heimischen Küsten- und Binnengewässern. Zu den wenigen fremdländischen Aquarienfischen, die bereits sehr frühzeitig in der aquaristischen Literatur genannt wurden, zählt der Goldfisch. Zu den ersten auffällig gefärbten Tropenfischen, die gezielt und regelmäßig importiert wurden, zählt der Paradiesfisch. Für ihn ist belegt, dass er 1876 erstmals in Deutschland gehalten wurde. Diese Art zählte zu den wenigen Fischen, die den langen Transport aus Asien überstehen konnten. Paradiesfische sind nicht nur auf die Kiemenatmung angewiesen, sondern sind als Labyrinthfische auch in der Lage, über ihr sogenanntes Labyrinthorgan atmosphärischen Sauerstoff zu atmen.
Aufgrund der Nachfrage in Europa folgten sehr schnell weitere Fischarten, die aus Regionen wie Manaus in Brasilien, Bangkok in Thailand oder Jakarta importiert wurden. Meist handelte es sich wie beim Paradiesfisch um Labyrinthfische. Aufgrund des langwierigen Transports setzten sich jedoch in der Aquaristik anfangs nur solche Fischarten durch, die nachgezüchtet werden konnten. Die Mehrzahl der heute im Handel erhältlichen Fische stammt aus Nachzuchten. Wildfänge werden jedoch nach wie vor regelmäßig angeboten, da einige Fischarten nach wie vor in Gefangenschaft nicht nachzüchtbar sind oder ihr Fang wirtschaftlicher ist als die Zucht. Über Wildfänge werden außerdem bis heute neue Arten in die Aquaristik eingeführt. Das gilt insbesondere für Panzerwelse, Buntbarsche und Salmler.
Wie viele andere Hobbys unterliegt auch die Beschäftigung mit der Haltung von Lebewesen in Aquarien Trends und Moden. In der Süßwasseraquaristik gilt der Diskus vielen Aquarianern immer noch als der “König der Fische”. Ebenfalls sehr beliebt ist die Haltung von Skalaren und der sogenannten Mbunas. Viele Aquarianer halten außerdem Wels, wobei eine starke Nachfrage insbesondere nach solchen Arten besteht, die wie der Großkopf-Bratpfannenwels oder der Blauer Antennenwels eine ausgefallene Körperform haben. Bei einigen neu eingeführten Welsarten wie dem sehr auffallend gefärbtem Zebrawels drückt sich diese Nachfrage auch in einem im Vergleich zu anderen Fischarten hohen Preis aus.
Nach ihrer Nahrungsweise können Fische in fischfressende Piscivoren, insektenfressende Insektivoren, pflanzenfressende Herbivoren und Planktonfresser unterteilt werden. Meist lässt schon die Stellung des Fischmauls darauf schließen, welche Nahrungsnische die jeweilige Art nutzt. Fische mit oberständigem Maul sind in der Regel an der Wasseroberfläche fressende Fische. Ein unterständiges Maul ist meist bei Bodenfischen zu finden, die in Mulm oder auf steinigem Untergrund nach Nahrung suchen oder Algenaufwuchs abraspeln.
Zur Fütterung der Fische bietet die Tierfutterindustrie heute ein großes Spektrum an Zierfischfutter an. Trockenfutter, das in Flocken-, Granulat- oder als Futtertabletten angeboten wird, gibt es in unterschiedlichen Zusammensetzungen, um den unterschiedlichen Nahrungsanforderungen der einzelnen Fischarten gerecht zu werden. Nicht alle Fischarten nehmen jedoch Trockenfutter an. Wasserflöhe, Mückenlarven, Bachflohkrebse und andere aquatische Kleintiere dienen vor allem der Fütterung von überwiegend räuberisch lebenden Fischarten. Diese Futtertiere werden lebend, getrocknet, gefriergetrocknet oder tiefgefroren (”Frostfutter”) angeboten. Arten wie z. B. Schützenfische sind zwingend auf Lebendfutter angewiesen. Lebendfutter wie Grindalwürmer und Salinenkrebse können selbst herangezogen werden. Der Handel bietet aber eine Reihe von Futtertieren an.
Quelle:wikipedia.de