Goldfisch
Beim Goldfisch handelt es sich um einen Vertreter aus der Familie der Karpfenfische und um ein Haustier. Er ist eine Zuchtform des eurasischen Giebels. Die natürliche Verbreitung des Giebels und seiner Unterarten erstreckt sich von den südlichen Ostseestaaten bis weit nach Ostasien. Bis in die jüngere Vergangenheit wurde angenommen, dass die Karausche die Urform des Goldfisches ist.
Die Karausche ist zwar nahe mit dem Goldfisch verwandt, kann von ihm und vom Giebel aber durch die konvex geformte Rückenflosse relativ leicht unterschieden werden. Im Gegensatz dazu besitzen Giebel und Goldfisch eine gerade oder konkav gebogene Rückenflosse. Von jungen Karpfen lässt der wildfarbene Goldfisch sich sehr gut durch fehlende Barteln unterscheiden. Goldfische sind aus dem Giebel durch Auslese gezüchtete Haustiere, die nach Untersuchungen von Herre über typische Haustiermerkmale verfügen: erheblich vergrößerte Schuppen auf der Bauchseite, abweichende Maulöffnungen, verringerte Stabilität der Flossen, kräftiger entwickelte Eingeweide sowie ein in Form und Position deutlich verändertes Schädelskelett. Es ist darum nur logisch, der zoologischen Namensgebung für domestizierte Tiere zu folgen.
Goldfische besitzen ein knöchernes Skelett und erreichen abhängig von ihren Haltungsbedingungen eine Größe von ca. 35 cm, Hochzuchten bleiben aber meist kleiner. Als Auftriebsorgan dient ihnen die Schwimmblase, welche zweikammerig ist und im hinteren Teil durch einen Luftblasengang mit dem Vorderdarm verbunden ist. Goldfische besitzen wie alle Karpfenfische keinen Magen, die Verdauung findet ausschließlich im Darm statt, dazu wird die in der Regel am Boden mit dem vorstülpbaren Maul aufgenommene Nahrung durch die Schlundzähne zuvor zerkleinert. Dabei ist allerdings nur von einer geringen Kauleistung auszugehen. Zur Atmung und für weitere physiologische Vorgänge besitzen sie Kiemen, welche neben denen der nahverwandten Karausche Besonderheiten in der Anpassung an Sauerstoffmangel aufweisen.
Der Goldfisch weist ein tetrachromatisches Farbensehen auf, das heißt er besitzt vier unterschiedliche Zapfentypen. Neben drei Zapfentypen, die in etwa den menschlichen entsprechen, weist er einen zusätzlichen UV-Zapfen auf. Ebenso besitzt er ein sehr gutes Hörvermögen, das sich in einem gewissen Rahmen anscheinend zur Stressvermeidung an die Umwelt anpassen kann.
Hochzucht-Formen neigen bedingt durch ihre künstlich angezüchtete Anatomie zu Erkrankung am Auftriebs-Syndrom. Hierbei handelt es sich um Schwimmstörungen, deren Ursache sich auf die Nebenmerkmale der Hochzucht zurückführen, aber keinen konkreten Auslöser erkennen lassen. Dabei werden besondere Ansprüche an die Ernährung nicht ausgeschlossen. Diese Störungen treten als pathologisch zu wertende Erkrankung der Schwimmblase auch bei anderen Arten wie dem Diskus oder Koi auf.
Bekannte Zuchtformen
- Komet
- Shubunkin
- Wakin
- Jikin
- Schleierschwanz
- Oranda o. Holländischer Löwenkopf
- Black Moor
- Teleskop Auge
- Fächerschwanz oder Fantail
- Perlschupper
- Eierfisch
- Löwenkopf
- Ranchu
- Celestial oder Himmelsgucker
- Pompon
- Blasenauge
- Ryukin
- Tosakin
- Demekin
- Guckyn
Haltung
Der Goldfisch ist primär ein Teichfisch. Die Hochzuchtformen sind empfindlicher und im mitteleuropäischen Klima nur bedingt für die Überwinterung im Freien in ungeheizten Teichen geeignet. Unbedingt erforderlich für die Überwinterung ist eine ausreichende Teichtiefe von mindestens 80 bis 100cm.
Goldfische der verschiedenen Zuchtformen können in sogenannten Kaltwasseraquarien ausreichender Größe gehalten werden. Da sie über einen intensiven Stoffwechsel verfügen, muss auf regelmäßige und intensive Teilwasserwechsel geachtet werden, um erhöhte Nitritbelastung und verstärktes Algenwachstum zu vermeiden.
Goldfische fressen im Aquarium gern Wasserpflanzen ab. Insbesondere feingliedrige Pflanzen wie die Wasserpest werden innerhalb kurzer Zeit vollständig abgeweidet. Die Bepflanzung ist deshalb nur mit widerstandsfähigeren Pflanzen wie dem Javafarn sinnvoll. Da Goldfische gern im Bodengrund wühlen, muss kleinkörniger Kies oder Sand verwendet werden, der nicht scharfkantig sein soll, um Verletzungen der Mundpartien zu vermeiden.
Quelle:wikipedia